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Kunstrecht studieren

Wie kann man sein Studium auf das Kunstrecht hin planen? Wie spezialisiert man sich für den Kunsthandel? 2 Interviews:

Prof. Dr. Erik Jayme, Heidelberg

"Wie wird man Fachjournalist bei der Presse?"
Interview mit Dr. Katja Gelinsky, F.A.Z., Frankfurt

 

Frau Gelinsky, für viele ist Journalismus der Traumberuf. Trifft dieser Traum die Realität?
In meinem Fall ja. Das hängt aber auch damit zusammen, daß ich bei der FAZ große Möglichkeiten habe, Dinge zu machen, die mich selbst interessieren. Ich arbeite reativ frei und kann mir Themen auch aussuchen. Und weil die Zeitung einen sehr guten Ruf hat, bekommt man Kontakt auch zu Leuten, bei denen es sonst vielleicht schwieriger wäre.

Sind die Aussichten für den Arbeitsmarkt günstig?
Ich denke, daß sie im Moment gut sind. Die Medienlandschaft entwickelt sich weiter, nicht zuletzt auch wegen des Internets. Gerade in den Wirtschaftsredaktionen gibt es großen Bedarf.

Gilt dies insbesondere für ausgebildete Juristen, die in den Journalismus wechseln möchten?
So allgemein möchte ich das nicht sagen. Aber der Vorteil eines Jura-Studiums liegt in dem breiten Spektrum. Man kennt sich im politischen Leben aus, je nach Schwerpunkt auch im wirtschaftlichen Bereich. Und das kann für die Arbeitgeber in den Medien ja interessant sein.

Ist die wirtschaftliche Lage von Redakteuren entsprechend gut?
Grundsätzlich muß man unterscheiden zwischen freien Mitarbeitern, Pauschalisten, festen freien Mitarbeitern und den fest angestellten Redakteuren. Die Redakteursstellen sind wesentlich dünner gesäht als die Stellen für freie Mitarbeiter. Und freien Mitarbeitern garantiert niemand, daß das, was sie geschrieben haben, auch abgenommen wird.
Der Verdienst ist gering, gemessen an der Qualifikation, die man haben muß zumindest für Berufseinsteiger nicht großartig. Die Gehaltsvorstellungen, die man bei großen Kanzleien äußern darf, muß man vergessen. Finanzielle Interessen sollte mit einem journalistischen Beruf als Einsteiger nicht verbinden.

Wie verläuft die Ausbildung zum Journalisten?
Bei der FAZ werden 6 Volontäre im Jahr ausgebildet. Die durchlaufen die Hauptredaktion für zwei Monate und können sich dann frei andere Redaktionen wählen. Sie werden aber nicht unbedingt übernommen. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium.
Wir haben aber andererseits nur wenige Redakteure, die vorher ein Volontariat gemacht haben. Es ist nicht Voraussetzung für die Einstellung als Redakteur. Viele haben aber zuvor irgendwo als freie Mitarbeiter gearbeitet. Das muß gar nichts Großartiges gewesen sein, ich selbst war beispielsweise auch nur in einer Lokalredaktion.
Bei Journalisten, die Kommunikationswissenschaft und Publizistik studiert oder eine der Journalistenschulen besucht haben, ist man eher skeptisch. Schreiben lernen die Leute schon im Hause, wichtiger ist für Bewerber der Politikredaktion eine gute Allgemeinbildung und politisches Interesse. Im Wirtschaftsressort haben wir häufig Leute, die noch nie auch nur einen Stift in der Hand gehabt haben.

Welche Fähigkeiten muß ein angehender Journalist mitbringen?
Er muß belastungsfähig sein und unter Zeitdruck arbeiten können, ohne dabei die Nerven zu verlieren. Er sollte neugierig sein, Interesse an anderen Menschen haben und auch einigermaßen mit ihnen umgehen können. Teamfähigkeit ist wichtig.

Welche journalistischen Qualifikationen werden bei der Presse verlangt?
In den Bewerbungsgesprächen wird auf fachliche Qualifikation geachtet. Außerdem muß der Bewerber zu den Leuten im Hause passen, eben weil sehr viel im Team gearbeitet wird. Die menschlichen Qualitäten sind genauso wichtig wie die fachlichen Fähigkeiten, Einzelgänger kann man weniger gebrauchen.
Man sollte auch das jeweilige Medium einigermaßen kennen, also wissen, zu welchen Themen Stellung bezogen wurde.

Wie kann ein Jura-Student seine journalistische Laufbahn vorbereiten?
Er oder sie sollte sich bemühen, zu schreiben - auch um festzustellen, ob der Journalismus überhaupt das Richtige ist. Denn man hat keinen einfachen Arbeitsalltag: man arbeitet auch am Wochenende, hat Spätdienste, das muß ein Journalist alles in Kauf nehmen. Und man muß bereit sein, viel zu arbeiten.
Außerdem sollte man sich um Praktika bemühen. Bei der örtlichen Zeitung etwa, bei Presseagenturen oder beim Rundfunk. Die katholische Kirche bietet eine studienbegleitende Journalistenausbildung an.

Gibt es spezielle Einrichtungen für eine Journalisten-Ausbildung?
Die Süddeutsche Zeitung hat eine eigene Journalistenschule, der Axel Springer Verlag auch. Dann gibt es die Henry Nannen Schule in Hamburg. Außerdem gibt es einen Studiengang in Köln, der Journalismus und Volkswirtschaft verbindet. Auch andere Universtitäten bieten Studiengänge zum Journalismus an.

Wie ist Ihr persönlicher Weg in den Journalismus verlaufen?
Mit Umwegen. Ich habe in der Schulzeit für das Heimatblatt geschrieben und dann mit dem Studium von Germanistik, Publizistik und Politik begonnen, mit dem Ziel, Journalistin zu werden. Es ist mir aber schnell klar geworden, daß man sich so nicht auf den Journalismus vorbereiten kann.
Zeitungsleute rieten mir dann zu BWL, einer Naturwissenschaft oder eben Jura. Nebenbei habe ich in Dortmund den Studiengang "Journalistik" belegt. Je näher das Examen rückte, desto weniger Zeit blieb für die journalistische Arbeit. Ich habe dann promoviert, einen LL.M gemacht und das Referendariat absolviert.
Dann hat aber die FAZ in der NJW eine Anzeige geschaltet, in der sie einen Juristen mit Interesse am Staatsrecht suchte. Auf diese Anzeige hin habe ich mich beworben und bin auch genommen worden. Der Weg über ein Inserat ist aber eher ungewöhnlich.

Schadet es, wenn sich das Interesse für den journalistischen Beruf erst spät herausbildet und man keine jahrelange Schulzeitungs- und Redaktionserfahrung hat?
Ich denke nicht. Wir haben bei der FAZ auch einige Kollegen, die vorher wenig geschrieben haben. Gerade bei großen Zeitungen steht das Fachwissen im Vordergrund.

Gibt es lohnende Lehrbücher zur Einführung in den Journalismus?
"Wege zum Journalismus" von Walter von LaRoche fand ich sehr gut, weil er die unterschiedlichen Journalistenschulen und Studiengänge recht genau beschreibt.
Von Wolf Schneider gibt es Bücher zur journalistischen Sprache. Interessant ist auch das "Wörterbuch des Unmenschen".

Wenn man sich bei einer Zeitung bewerben möchte: wer ist der richtige Ansprechpartner?
Das ist von Zeitung zu Zeitung unterschiedlich. Wo es einen Chefredakteur gibt, wird er der richtige sein. Bei der FAZ gibt es keinen, da bewirbt man sich bei den Herausgebern, und zwar bei dem Herausgeber des jeweiligen Ressorts, für das man sich interessiert.
Er gibt Leute, die sich blind bewerben und Arbeitsproben einreichen. Dann gibt es Leute, die von einem unserer Redakteure empfohlen wurden oder von jemandem außerhalb des Hauses. In der Wirtschaftsredaktion der FAZ werden auch schon mal Praktikanten übernommen, die Volks- oder Betriebswirtschaft studiert haben.

 

ZUR PERSON
Dr. Katja Gelinsky, LL.M, hat 1997 die Zweite Juristische Staatsprüfung abgelegt. Seit dem ist sie bei der FAZ als Redakteurin im Ressort Politik beschäftigt. Derzeit ist die Korrespndentin der F.A.Z. in den USA.
 © 2004 Andri Jürgensen, Kiel  |  Impressum